Läuse im Haar

Was man gegen Kopfläuse unternehmen kann

Archiv: Juni 2008

Pyrethrum Überempfindlichkeit

Was es nicht alles gibt? Elektronische Kämme, Hausmittelchen gegen Läuse wie Bier, Kaltwaschen, Heisswaschen, Wachs… - ich versuche es mal mit etwas, was meines Erachtens am meisten Sinn macht: einem Mittel, dass die Atemwege der Läuse verklebt.

Habe auch mal die anderen betroffenen Mütter gefragt, was die so tun, die meisten versuchen es mit Chemie, Resistenzen hin, Überempfindlichkeit her. Wir werden ja sehen. Das das so langwierig werden kann hätte ich nicht gedacht.

Nebenwirkungen

Na toll! Jetzt juckt es und sie hat rote Flecken. Da waren die Läuse selbst aber mal nicht halb so schlimm.

Kopfläuse: Wichtige Voraussetzung für eine einwandfreie Wirkung ist die vollständige Benetzung von Kopfhaut und Haaren. Deshalb soll das trockene Haar seiner Fülle entsprechend gründlich durchtränkt und massierend eingerieben werden. Bei langem Haar ist dafür der Gesamtinhalt einer Original-Flasche (75 ml), bei kurzem Haar etwa die Hälfte erforderlich. Man lässt die Flüssigkeit mindestens 30 Minuten bis höchstens 45 Minuten einwirken. Anschließend werden die Haare gründlich mit warmem Wasser, wie bei der Anwendung von Shampoo, ausgespült und zur Entfernung der abgetöteten Nissen mit einem feinzinkigen Kamm ausgekämmt. Nach 8 - 10 Tagen sollte zur Absicherung des Behandlungserfolges eine Kontrolle durchgeführt werden,d. h. um zu ermitteln, ob bei der Anwendung alle Läuse und Nissen erfasst wurden. Werden dabei wieder Läuse oder Nissen gefunden, muß die Behandlung wiederholt werden. Wegen der leichten Überwanderung der Läuse empfiehlt es sich, sämtliche Mitglieder der Familie zu behandeln, auch wenn nur bei einer Person Läuse festgestellt wurden.

Ich werd mich mal schlau machen, ob es nicht was ungiftiges gegen die Viecher gibt. Der Tipp, alle Familienmitglieder zu behandeln, scheint mir eher aus der Marketingabteilung zu kommen. Aber erstmal zum Arzt mit uns, das sieht mir doch aus wie eine Überempfindlichkeitsreaktion.

Läusemittel im Test

Heute habe ich diese Seite gefunden, aus der Stiftung Warentest http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/-Kopflaeuse/18922/18922/. Muss ich jetzt beunruhigt sein?

Pyrethrum aus der Chrysantheme, die stär- keren chemisch synthetisierten Pyrethroide und Lindan sind alles Nervengifte. Sie lassen bei Eltern die Alarmglocken schrillen. Doch die Risiken gelten als beherrschbar ­ wenn die Anwendungsempfehlungen penibel befolgt werden. Bei Kindern darauf achten, dass die Mittel nicht auf Schleimhäute gelangen oder abgeleckt werden. Das Lindan-haltige Quellada H Shampoo hat eine Einwirkungszeit von wenigen Minuten und kann somit bei Kleinkindern angewandt werden. Die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen

Das und folgendes macht mir aber jetzt ein ungutes Gefühl:

Das Spray ist wegen möglicher unkontrollierter Vernebelung und möglicher Asthmaanfälle bei Allergikern umstritten. Infektopedicul-Lösung zur äußerlichen Anwendung ist Permethrin-haltig, ebenso wie Delixi-Lösung.

Das gefällt mir gar nicht :-(

Beim Arzt

Freitag waren wir gleich noch beim Arzt, als mein Schatz im Wartezimmer ihr Problem zur Sprache brachte (Mama, hat Papa dann auch Läuse?) wurden die Blicke unserer Mitpatienten deutlich kühler. Dabei möchte ich nicht wissen, was die anderen  für unappetitliche Dinge hergeführt hatte. Ich könnte mich stundenlang über eine solche Ignoranz aufregen. Wahrscheinlich muss ich froh sein, dass niemand aufgestanden ist. Ob das noch an der Stigmatisierung durch die Nazis liegt? In den KZs wurden ja die Juden unter dem Vorwand der Entlausung in die Gaskammern geführt, also wurden diesen dadurch auch noch unterstellt, die Volksgesundheit zu gefährden, aber die Läusebekämpfung war schon immer eine staatstragende Angelegenheit, wie es scheint, ich muss das mal nachrecherchieren…

Mein Mann ist übrigens nicht betroffen, ich auch nicht. Muss ich mir jetzt mangelnden Körperkontakt zu meinem Kind vorwerfen lassen? Komisch worüber man sich so plötzlich Gedanken macht. 

Der Arzt machte mir als erstes klar, dass meine Bettwäsche-Aktion eigentlich überflüssig war, da Kopfläuse nur und ausschließlich auf dem Kopf meiner Kleinen überleben können und nach spätestens 60 Stunden ohne Nahrung verhungern. Das macht doch Hoffnung, dass wir durch diese Geschichte relativ schnell durch sein können. Vorsichtshalber solle ich aber noch die Kuscheltiere waschen - da bin ich selbst gar nicht drauf gekommen. Meine kleine Maus bekommt nun Jacutin Pedicul verschrieben und wie soll es anders sein, es war natürlich nicht vorrätig beim Apotheker, ich neige ja nicht zur Hysterie, aber ich möchte die Viecher ja dann doch so schnell wie möglich wieder loswerden. Die gesellschaftliche Stigmatisierung wirkt schon…

Habe mich auch gewundert, wie schnell die Diagnose gestellt war, also jetzt nicht beim Arzt, sondern im Kindergarten, schließlich wurde ich hier nämlich noch über Kleiderläuse und Flöhe und anderem widerlichen kleinen Parasitenviecher informiert, was so alles auf Menschenköpfen leben kann.

Samstag haben wir dann die Behandlung begonnen.

Wie die Laus zur Laus wird…

Vom Ei über das Larvenstadium zur ausgewachsenen, geschlechtsreifen Kopflaus benötigt sie nur einen Zeitraum von etwa 17 bis 22 Tagen . Ausgewachsene Kopfläuse leben etwa vier Wochen und die Läuseweibchen können täglich zwischen 20 und 30 Eier legen, so dass ein Weibchen etwa für eine Weiterverbreitung von 90 bis 140 Eiern während ihres etwa vierwöchigen Lebens sorgt.

Die Nissen, wie die Läuseeier mit ihren sichtbaren Chitinhüllen auch bezeichnet werden, werden von den Läuseweibchen in die Nähe der Kopfhaut ans Haar geklebt. Dieser Klebstoff ist mit Wasser allein nicht aufzulösen. Die Chitinhüllen schützen die Eier vor der Umwelt, weswegen die heutzutage zugelassenen Läusemittel nicht oder nur sehr eingeschränkt gegen die Eier in den Nissen wirken.
Bevorzugt legt die Läusemutter die Eier an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren ab, dort findet das Läuseweibchen die für die Entwicklung der Eier die ideale Temperatur. Nach 6 bis 10 Tagen nach der Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern. Sie sind kleiner als ausgewachsene Läuse, aber schon genauso aktiv und schnell, wie die Laus im erwachsenen Stadium.
In der ersten Woche können die Larven aber den Kopf ihres Wirtes noch nicht verlassen - es geht also eine Woche lang noch keine Übertragungsgefahr von ihnen aus.

Nach etwa 9 bis 11 Tagen entwickeln sie sich jedoch zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Läusen und es kommt erneut zur Eiablage - der Lebenskreislauf der Parasiten beginnt von Neuem.

Lebensraum

Kopfläuse sind speziell an den Menschen angepasst, zählen zu den sogenannten “Menschenläusen” und leben ausschließlich auf ihm. Bei der Auswahl des Wirtes sind sie nicht wählerisch - jeder behaarte Kopf ist ihnen als Nahrungsquelle willkommen.

Kopfläuse werden direkt von Mensch zu Mensch übertragen – deshalb kann jeder, der Kontakt zu anderen Menschen hat Kopfläuse, bekommen. Ganz besonders gilt das natürlich ganz für Kinder, da diese ja gern ”die Köpfe zusammenstecken”. 

Wenn Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse finden, können Sie also in der Regel davon ausgehen, dass es nicht das einzige betroffene Kind in der Einrichtung ist.

Dadurch kommt es in Schulen und Kindertagesstätten immer wieder zu regelrechten Läuseplagen. Das liegt auch daran, dass es immer noch Eltern gibt, die aus falschem Schamgefühl dfas Problem lieber verschweigen. So haben die Kopfläuse haben genügend Zeit, sich von Kopf zu Kopf weiter zu verbreiten…

 

Hilfe! Mein Kind hat Läuse!

Der Alptraum einer jeden Mutter. Heute kam mein Kind heulend und zähneklappernd aus dem Kindergarten, als ich sie abgeholt habe. Eigentlich wollte ich als nächstes in Ruhe kochen und hatte totale Panik, dass etwas furchtbares passiert ist und war total erschrocken,..

Nachdem ich sie nun endlich beruhigen konnte (sie war wirklich total aufgelöst) konnte ich nun also erfahren, was eigentlich los war: Im Kindergarten ist Läusealarm! Zuerst musste ich fast lachen, denn in der heutigen Zeit ist das doch wohl kein Problem mehr, aber nachdem ich meinen kleinen Schatz so zusammenbrechen erlebt habe, habe ich den Entschluß gefasst, zur Aufklärung beizutragen.

Es war wohl auch nicht so, dass die Kindergärtnerin irgendwie unpädagogisch reagiert hatte, sondern allen Kindern erklärt hat, dass das nichts Schlimmes sei und immer wieder mal passieren kann und trotz Hygiene in den besten Haushalten auftreten kann. Wäre das anders gewesen hätte ich das Personal da auch erstmal richtig zusammengestoßen, das könnt Ihr mir glauben. Auch die anderen Kinder haben sie nicht gehänselt oder aufgezogen, zumal ja auch etwa 10 andere Kinder betroffen waren…

Nun ja, als erstes werde ich mal die Betten neu beziehen und die Decken und Kissen ordentlich durchkochen, ich mache mich dann schlau, wie es weiter gehen soll und halte Euch auf dem Laufenden.

Ich bin auch gern offen für Eure Tipps und Anregungen,

Gruß,

Ariane

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