Läuse im Haar

Was man gegen Kopfläuse unternehmen kann

Kategorie: Tagebuch

Wie beurteilen Sie das Nutzen-Risiko-Verhältnis der neuen physikalischen Kopflaustherapie mit Dimeticonen? Wo liegen die Vorteile?

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Das Resistenzrisiko von Dimeticon (Silikonöl), einer physikalisch wirkenden, chemisch inerten Substanz, die keine chemische Verbindung mit anderen Stoffen eingeht, dürfte als sehr gering einzustufen sein.
Die Substanz ist toxikologisch unbedenklich und birgt kein erhöhtes Risiko für allergische Nebenwirkungen. So belegen die bisherigen Studien eine sehr gute Verträglichkeit. Darüber hinaus haben sich Kopflausmittel auf Basis von Dimeticon in klinischen Anwendungsstudien  als sehr wirksam erwiesen.

Welche zusätzlichen Maßnahmen sind sinnvoll?

Im Wesentlichen erfolgt eine Übertragung nur durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt. Da prinzipiell die Übertragung auch durch gemeinsam benutzte Gegenstände (Bürste, Kämme, Handtücher, Mützen oder Schals) möglich ist, sind diese Gegenstände mit heißem Wasser gründlich zu säubern bzw. bei 60 °C zu waschen. Bei ausgedehnten bakteriellen Infektionen sollten Abstriche entnommen werden, um gezielt Antibiotika einsetzen zu können.
Eltern betroffener Kinder haben die Pflicht darauf zu achten, dass die Behandlung vorschriftsmäßig durchgeführt wird. Ebenso müssen sie nach § 34 Abs. 5 Infektionsschutzgesetz (IfSG) die Gemeinschaftseinrichtung, die ihr Kind besucht, über einen Kopflausbefall ihres Kindes informieren. Das Gesundheitsamt sollte Kenntnis vom Kopflausbefall durch die Gemeinschaftseinrichtung bekommen. Neben seiner beratenden Funktion (Bereitstellung von Informationsmaterial, Ansprechpartner bei Epidemien in Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen u.a.) trägt das Gesundheitsamt dafür Sorge, dass die weitere Verbreitung durch entsprechende Maßnahmen (Durchführung adäquater antiparasitärer Behandlungen, Hygienemaßnahmen im Umfeld, ggf. Informationsveranstaltungen für Eltern, Kindergärten, Schulen) verhindert wird.

Wann dürfen Kinder nach der Behandlung des Kopflausbefalls wieder den Kindergarten und die Schule besuchen?

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Der Besuch der Gemeinschaftseinrichtung ist bereits nach korrekt durchgeführter erster Behandlung (das Kind muss also nicht bis zur zweiten Behandlung, die acht bis zehn Tage später erfolgt, zu Hause bleiben!) wieder erlaubt.
In der Zeit zwischen der ersten und zweiten Behandlung besteht kein Übertragungsrisiko. Acht bis zehn Tage nach der ersten Behandlung sind jedoch aus nicht abgetöteten Eiern Larven geschlüpft und gelten als Quelle einer weiteren Verbreitung. Es sollte also unbedingt eine zweite Behandlung erfolgen, die jedoch keinen Schulausfall zur Folge hat.
Bei Erstbefall ihrer Kinder mit Kopfläusen sollten die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten der Einrichtung eine  schriftliche Bestätigung der durchgeführten Behandlung zukommen lassen.
Bei wiederholtem Befall muss hingegen eine ärztliche Bescheinigung über den Behandlungserfolg vorgelegt werden.

Die Ansteckung

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Gleich zu Anfang: Kopfläuse betreffen jeden. Sie sind weder ein Zeichen von mangelnder Hygiene noch treten sie nur in bestimmten Schichten auf, woher soll eine Laus auch wissen – bei ihrem Wechsel von Kopf zu Kopf- denn auch, ob die Eltern eines Kindergarten- oder Schulkindes nun Besser- oder Wenigerverdiener sind…

Vorurteile und rümpfende Nasen sind hier also fehl am Platz!

Es ist aber sehr wohl so, das Mädchen – wegen der langen Haare – häufiger betroffen sind und sich Läuse gerade auf frisch gewaschenem Haar sehr wohl fühlen. Dichteres und dickeres Haar empfinden die Läuse als eher störend, sodass, wenn überhaupt die ein oder andere Bevölkerungsgruppe mehr betroffen sein soll, so sind das blonde, hellhäutige Westeuropäische Typen.
Kopfläuse können nicht springen oder fliegen, sie sind auf die Fortbewegung in Haaren spezialisiert. Daher findet die Ansteckung auch beim Kuscheln, beim Köpfe zusammenstecken während des Spiels oder beim gemeinsamen Übernachten im Bett von Kopf zu Kopf statt, denn nur so kann die Laus von einem Wirt zum nächsten krabbeln.
Kopfläuse verlassen ihren menschlichen Wirt nie, denn sie sind auf deren Blut als Nahrung angewiesen.
Somit ist die Übertragung durch Mützen oder Kuscheltiere sehr unwahrscheinlich (binnen 2-3 Tagen würde sie mangels Nahrung sterben und auch eine Eiablage kann hier nicht stattfinden, da sie nur an den Haaransätzen abgelegt und angeklebt werden) und auch eine Übertragung vom Tier zum Mensch und umgekehrt findet nicht statt. Kopfläuse mögen nur Menschenblut.

Kämme und Bürsten können aber durchaus für 1-2 Tage zum Aufenthalts- und somit auch zum Übertragungsort werden.

Heureka! Die Läuse sind weg!

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Jetzt haben wir´s im Griff. Letztendlich geholfen hat uns ein Mittel, das als Medizinisches Mittel verkauft wird und seit neuestem oder demnächst in die offizielle Entseuchungsmittelliste Einzug halten wird. Ich habe auch zu diesem Thema ein bißchen recherchiert und offenbar ist da ein richtiger Kleinkrieg entbrannt, zwischen den Vertretern der chemischen Keule und den alternativ-Mittel Anbieter. Dass hierbei wieder nicht an die Betroffenen und das sind in diesem Falle unschuldige Kinder gedacht wird, sondern nur um Marktanteile und Profit gekämpft wird, … naja, wundert ja eh keinen mehr. Ich möchte jedenfalls nicht Anwalt eines Unernehmens sein, dass sich nach Außen als Helfer gibt und bessere Mittel mit gerichtlichen Mitteln zu blockieren versucht. Ich möchte eh kein Anwalt sein :-)

Hier der Link nochmal, falls das Hauen und Stechen jemanden außer mir interessiert:
Von Läusen und Menschen

Frage ich mich als Mutter ernstlich, wer da die schlimmeren Blutsauger sind… ;-)

Apropos, zurück zu den Blutsaugern, das zweite in dem Bericht erwähnte Mittel NYDA hat den gewünschten Erfolg gebracht: Nach etwa 30 Minuten waren die lebenden Läuse tot und nach der Einwirkzeit über Nacht konten wir am nächsten Tag auch die abgetöten Eier auskämmen, perfekt. Ich hoffe nur, dass die anderen Mütter genauso erfolgreich waren, sonst ist das ja ein ewiger Kreislauf der Neuansteckung und Entfernung. Hier der Link zur Herstellerseite, Informationen und Inhaltsstoffe, etc.

NYDA Läusemittel

Pyrethrum Überempfindlichkeit

Was es nicht alles gibt? Elektronische Kämme, Hausmittelchen gegen Läuse wie Bier, Kaltwaschen, Heisswaschen, Wachs… – ich versuche es mal mit etwas, was meines Erachtens am meisten Sinn macht: einem Mittel, dass die Atemwege der Läuse verklebt.

Habe auch mal die anderen betroffenen Mütter gefragt, was die so tun, die meisten versuchen es mit Chemie, Resistenzen hin, Überempfindlichkeit her. Wir werden ja sehen. Das das so langwierig werden kann hätte ich nicht gedacht.

Nebenwirkungen

Na toll! Jetzt juckt es und sie hat rote Flecken. Da waren die Läuse selbst aber mal nicht halb so schlimm.

Kopfläuse: Wichtige Voraussetzung für eine einwandfreie Wirkung ist die vollständige Benetzung von Kopfhaut und Haaren. Deshalb soll das trockene Haar seiner Fülle entsprechend gründlich durchtränkt und massierend eingerieben werden. Bei langem Haar ist dafür der Gesamtinhalt einer Original-Flasche (75 ml), bei kurzem Haar etwa die Hälfte erforderlich. Man lässt die Flüssigkeit mindestens 30 Minuten bis höchstens 45 Minuten einwirken. Anschließend werden die Haare gründlich mit warmem Wasser, wie bei der Anwendung von Shampoo, ausgespült und zur Entfernung der abgetöteten Nissen mit einem feinzinkigen Kamm ausgekämmt. Nach 8 – 10 Tagen sollte zur Absicherung des Behandlungserfolges eine Kontrolle durchgeführt werden,d. h. um zu ermitteln, ob bei der Anwendung alle Läuse und Nissen erfasst wurden. Werden dabei wieder Läuse oder Nissen gefunden, muß die Behandlung wiederholt werden. Wegen der leichten Überwanderung der Läuse empfiehlt es sich, sämtliche Mitglieder der Familie zu behandeln, auch wenn nur bei einer Person Läuse festgestellt wurden.

Ich werd mich mal schlau machen, ob es nicht was ungiftiges gegen die Viecher gibt. Der Tipp, alle Familienmitglieder zu behandeln, scheint mir eher aus der Marketingabteilung zu kommen. Aber erstmal zum Arzt mit uns, das sieht mir doch aus wie eine Überempfindlichkeitsreaktion.

Läusemittel im Test

Heute habe ich diese Seite gefunden, aus der Stiftung Warentest http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/-Kopflaeuse/18922/18922/. Muss ich jetzt beunruhigt sein?

Pyrethrum aus der Chrysantheme, die stär- keren chemisch synthetisierten Pyrethroide und Lindan sind alles Nervengifte. Sie lassen bei Eltern die Alarmglocken schrillen. Doch die Risiken gelten als beherrschbar ­ wenn die Anwendungsempfehlungen penibel befolgt werden. Bei Kindern darauf achten, dass die Mittel nicht auf Schleimhäute gelangen oder abgeleckt werden. Das Lindan-haltige Quellada H Shampoo hat eine Einwirkungszeit von wenigen Minuten und kann somit bei Kleinkindern angewandt werden. Die Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen

Das und folgendes macht mir aber jetzt ein ungutes Gefühl:

Das Spray ist wegen möglicher unkontrollierter Vernebelung und möglicher Asthmaanfälle bei Allergikern umstritten. Infektopedicul-Lösung zur äußerlichen Anwendung ist Permethrin-haltig, ebenso wie Delixi-Lösung.

Das gefällt mir gar nicht :-(

Beim Arzt

Freitag waren wir gleich noch beim Arzt, als mein Schatz im Wartezimmer ihr Problem zur Sprache brachte (Mama, hat Papa dann auch Läuse?) wurden die Blicke unserer Mitpatienten deutlich kühler. Dabei möchte ich nicht wissen, was die anderen  für unappetitliche Dinge hergeführt hatte. Ich könnte mich stundenlang über eine solche Ignoranz aufregen. Wahrscheinlich muss ich froh sein, dass niemand aufgestanden ist. Ob das noch an der Stigmatisierung durch die Nazis liegt? In den KZs wurden ja die Juden unter dem Vorwand der Entlausung in die Gaskammern geführt, also wurden diesen dadurch auch noch unterstellt, die Volksgesundheit zu gefährden, aber die Läusebekämpfung war schon immer eine staatstragende Angelegenheit, wie es scheint, ich muss das mal nachrecherchieren…

Mein Mann ist übrigens nicht betroffen, ich auch nicht. Muss ich mir jetzt mangelnden Körperkontakt zu meinem Kind vorwerfen lassen? Komisch worüber man sich so plötzlich Gedanken macht. 

Der Arzt machte mir als erstes klar, dass meine Bettwäsche-Aktion eigentlich überflüssig war, da Kopfläuse nur und ausschließlich auf dem Kopf meiner Kleinen überleben können und nach spätestens 60 Stunden ohne Nahrung verhungern. Das macht doch Hoffnung, dass wir durch diese Geschichte relativ schnell durch sein können. Vorsichtshalber solle ich aber noch die Kuscheltiere waschen – da bin ich selbst gar nicht drauf gekommen. Meine kleine Maus bekommt nun Jacutin Pedicul verschrieben und wie soll es anders sein, es war natürlich nicht vorrätig beim Apotheker, ich neige ja nicht zur Hysterie, aber ich möchte die Viecher ja dann doch so schnell wie möglich wieder loswerden. Die gesellschaftliche Stigmatisierung wirkt schon…

Habe mich auch gewundert, wie schnell die Diagnose gestellt war, also jetzt nicht beim Arzt, sondern im Kindergarten, schließlich wurde ich hier nämlich noch über Kleiderläuse und Flöhe und anderem widerlichen kleinen Parasitenviecher informiert, was so alles auf Menschenköpfen leben kann.

Samstag haben wir dann die Behandlung begonnen.

Hilfe! Mein Kind hat Läuse!

Der Alptraum einer jeden Mutter. Heute kam mein Kind heulend und zähneklappernd aus dem Kindergarten, als ich sie abgeholt habe. Eigentlich wollte ich als nächstes in Ruhe kochen und hatte totale Panik, dass etwas furchtbares passiert ist und war total erschrocken,..

Nachdem ich sie nun endlich beruhigen konnte (sie war wirklich total aufgelöst) konnte ich nun also erfahren, was eigentlich los war: Im Kindergarten ist Läusealarm! Zuerst musste ich fast lachen, denn in der heutigen Zeit ist das doch wohl kein Problem mehr, aber nachdem ich meinen kleinen Schatz so zusammenbrechen erlebt habe, habe ich den Entschluß gefasst, zur Aufklärung beizutragen.

Es war wohl auch nicht so, dass die Kindergärtnerin irgendwie unpädagogisch reagiert hatte, sondern allen Kindern erklärt hat, dass das nichts Schlimmes sei und immer wieder mal passieren kann und trotz Hygiene in den besten Haushalten auftreten kann. Wäre das anders gewesen hätte ich das Personal da auch erstmal richtig zusammengestoßen, das könnt Ihr mir glauben. Auch die anderen Kinder haben sie nicht gehänselt oder aufgezogen, zumal ja auch etwa 10 andere Kinder betroffen waren…

Nun ja, als erstes werde ich mal die Betten neu beziehen und die Decken und Kissen ordentlich durchkochen, ich mache mich dann schlau, wie es weiter gehen soll und halte Euch auf dem Laufenden.

Ich bin auch gern offen für Eure Tipps und Anregungen,

Gruß,

Ariane

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