Ziel der Behandlung ist die Abtötung geschlechtsreifer Läuse, Larven und Eier. Da die ovizide (eiabtötende) Wirkung nicht immer erreicht wird, ist die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen. Unabhängig vom Präparat sollten die Haare nach der Therapie gründlich mit einem speziellen feinzinkigen Kamm ausgekämmt werden, um die abgetöteten Läuse und Eier sowie die „hellen“ Nissenhüllen zu entfernen. Diese Auskämmmethode hat nicht nur therapeutisch Vorteile, sondern auch diagnostisch; bei Verdacht auf Kopflausbefall werden so wesentlich mehr Läuse/Nissen entdeckt als im Vergleich zur reinen visuellen Diagnostik. Kopflausmittel umfassen die Wirkstoffe Permethrin, Pyrethrumextrakt und Allethrin. Als Medizinprodukte sind Dimeticon und Kokosöl auf dem Markt (nach Roter Liste).Â
Ariane,
12.07.2008, 14:06 | Abgelegt unter: Interview | RSS 2.0 | TB | Tags: Allethrin, Kopflausmittel, Larven Eier, läuse, Läusebefall, nissen, Permethrin, Pyrethrum, Therapie | Keine Kommentare
Juckreiz ist das Resultat einer immunologischen Reaktion auf ein Protein, das sich im Speichel der Laus befindet. Dieses Protein wird während der Blutmahlzeit von der Laus in die Kopfhaut abgegeben und löst über das Immunsystem des Menschen Juckreiz aus, der mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität (u.a. Schlafstörungen) verbunden sein kann. Juckreiz wird mit Kratzen beantwortet; die entstehenden Kratzeffekte (Exkoriationen) gelten als Eintrittspforten für Bakterien und erhöhen das Risiko bakterieller Superinfektionen. Vergrößerte Lymphknoten, Pusteln (Eiterbläschen), Krustenbildung, Verklebungen der Haare, Nässen und eine Abszessbildung können daraus entstehen.
Bei einigen Patienten lässt sich im Nackenbereich das so genannte Läuseekzem (Rötung, juckende Knötchen, Schuppung, Kratzeffekte) nachweisen, das ebenfalls auf eine immunologische Reaktion gegenüber Läusen/Läusebestandteilen (besonders, wie oben bereits aufgeführt, der Speichel der Läuse) zurückzuführen ist.
Vom Ei über das Larvenstadium zur ausgewachsenen, geschlechtsreifen Kopflaus benötigt sie nur einen Zeitraum von etwa 17 bis 22 Tagen . Ausgewachsene Kopfläuse leben etwa vier Wochen und die Läuseweibchen können täglich zwischen 20 und 30 Eier legen, so dass ein Weibchen etwa für eine Weiterverbreitung von 90 bis 140 Eiern während ihres etwa vierwöchigen Lebens sorgt.
Die Nissen, wie die Läuseeier mit ihren sichtbaren Chitinhüllen auch bezeichnet werden, werden von den Läuseweibchen in die Nähe der Kopfhaut ans Haar geklebt. Dieser Klebstoff ist mit Wasser allein nicht aufzulösen. Die Chitinhüllen schützen die Eier vor der Umwelt, weswegen die heutzutage zugelassenen Läusemittel nicht oder nur sehr eingeschränkt gegen die Eier in den Nissen wirken.
Bevorzugt legt die Läusemutter die Eier an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren ab, dort findet das Läuseweibchen die für die Entwicklung der Eier die ideale Temperatur. Nach 6 bis 10 Tagen nach der Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern. Sie sind kleiner als ausgewachsene Läuse, aber schon genauso aktiv und schnell, wie die Laus im erwachsenen Stadium.
In der ersten Woche können die Larven aber den Kopf ihres Wirtes noch nicht verlassen - es geht also eine Woche lang noch keine Übertragungsgefahr von ihnen aus.
Nach etwa 9 bis 11 Tagen entwickeln sie sich jedoch zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Läusen und es kommt erneut zur Eiablage - der Lebenskreislauf der Parasiten beginnt von Neuem.