Läuse im Haar

Was man gegen Kopfläuse unternehmen kann

Tag: Pyrethrum

Wie beurteilen Sie das Nutzen-Risiko-Potential herkömmlicher Insektizide?

Permethrin und Pyrethrumextrakte bergen theoretisch die Gefahr einer Nervenschädigung, jedoch wurden bisher bei sachgemäßer Anwendung zur Behandlung von Kopfläusen keine dementsprechenden Nebenwirkungen beobachtet. Die großflächige Applikation insektizidhaltiger Mittel – wie beispielsweise zur Behandlung der Skabies (Krätze) erforderlich – kann jedoch in seltenen Fällen mit neurotoxischen Nebenwirkungen einhergehen, wie aus der Literatur hervorgeht.
Weiterhin ist bei der Anwendung zu bedenken, dass die Resorption über die Kopfhaut relativ hoch ist im Vergleich zu anderen Hautarealen. Kratzexkoriationen erhöhen die Resorptionsrate und damit das Nebenwirkungsrisiko. Auch ist zu beachten, dass die Hautbarriere bei Kleinkindern noch nicht voll entwickelt ist und somit auch für eine erhöhte Aufnahme des Kopflausmittels ursächlich sein kann. Dieses ist besonders von Relevanz, da uninformierte Eltern oftmals dazu tendieren, die Produkte zu oft oder zu lang zu applizieren (nach dem Motto „viel hilft viel“ ).
Wie bereits aus mehreren Ländern berichtet (Großbritannien, USA, Israel und Dänemark), sind zunehmend Resistenzen gegenüber den klassischen Kopflausmitteln aufgetreten. Es gibt viele Hinweise, allerdings noch keine konkreten Zahlen, die eine Resistenzproblematik auch in Deutschland vermuten lassen.

Was ist für die Therapie von Kopflausbefall entscheidend? Welche Therapieoptionen sind sinnvoll?

Ziel der Behandlung ist die Abtötung geschlechtsreifer Läuse, Larven und Eier. Da die ovizide (eiabtötende) Wirkung nicht immer erreicht wird, ist die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen. Unabhängig vom Präparat sollten die Haare nach der Therapie gründlich mit einem speziellen feinzinkigen Kamm ausgekämmt werden, um die abgetöteten Läuse und Eier sowie die „hellen“ Nissenhüllen zu entfernen. Diese Auskämmmethode hat nicht nur therapeutisch Vorteile, sondern auch diagnostisch; bei Verdacht auf Kopflausbefall werden so wesentlich mehr Läuse/Nissen entdeckt als im Vergleich zur reinen visuellen Diagnostik. Kopflausmittel umfassen die Wirkstoffe Permethrin, Pyrethrumextrakt und Allethrin. Als Medizinprodukte sind Dimeticon und Kokosöl auf dem Markt (nach Roter Liste). 

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